Dober Dan! Guten Tag!

Jedes Jahr am ersten Freitag im März passiert etwas ganz besonderes. Ein Gebet geht in 24 Stunden um die Welt, wenn der Weltgebetstag gefeiert wird. So ist es auch in Großsteinhausen seit vielen Jahren Tradition Dieses Jahr durften wir in der katholischen Kirche zu Gast sein. Circa 40 Frauen und Männer(!!!) waren der Einladung gefolgt. Und die elf katholischen und evangelischen Frauen aus dem Vorbereitungsteam hatten sich zum Land Slowenien und dem Motto „Kommt, alles ist bereit!“ einiges einfallen lassen. Eine große Tafel, wie für ein Festmahl war aufgebaut worden. Nach und nach füllte sich der Tisch mit slowenischen Speisen und typischen Gegenständen, wie roten Blumen. Es gab eine Einführung in Land und Leute mit beeindruckenden Bildern dieses schönen Landes. Eine kleine Sage erzählt, dass Gott, als er die Erde unter den Nationen verteilte, ein kleines Volk vergessen hatte. Da er nichts anderes mehr übrig hatte, gab er ihnen das Land, das er für sich selbst zum Erholen vorgesehen hatte – Slowenien.

Dieser Abend zeigte uns aber nicht nur die schönen Seiten dieses sehr gastfreundlichen Landes. Die Frauen aus dem Vorbereitungsteam nahmen uns mit in die Lebenswelt slowenischer Frauen. Und da berichteten sie über das kommunistische Regime als ehemaliger Teil Jugoslawiens, über die Probleme der älteren Landbevölkerung, über die noch nicht vollständig vollzogene Gleichstellung von Mann und Frau, über Alkoholprobleme und über Roma und ihre Ausgrenzung.

Als biblischen Text gab es in diesem Jahr, passend zur ausgeprägten Gastfreundschaft in Slowenien,  eine Geschichte aus dem Lukasevangelium, bei der ein Mann ein großes Festmahl gibt. Doch alle Eingeladenen haben einen Grund nicht zu kommen und sagen ab. Also lässt der Mann kurzerhand alle Krüppel, Armen, Blinden und Lahmen in sein Haus holen. Und als noch immer Platz ist lässt er noch umstehende Menschen einladen, bis sein Haus voll ist. Die Deutung dahinter ist die, dass wir Gottes Einladung folgen sollen und nicht immer wieder Ausreden finden müssen, warum wir keine Zeit für Gott haben. Die zweite Deutung bezieht sich darauf, dass hier jeder eingeladen wird. „Es ist noch Platz!“ – so hallte es nach einem Anspiel zu dem Text mehrfach durch den Kirchenraum.

Die Lieder, aus der Gottesdienstordnung rundeten das Thema „Gastfreundschaft“ und „Platz für alle“ ab. Mit dem traditionellen WGT-Abschlusslied endete der Gottesdienst, nicht aber der Abend. Mit einem Applaus bedankte sich die Gemeinde bei den elf Frauen aus Riedelberg, Kleinsteinhausen, Bottenbach, Großsteinhausen und der jüngsten Teilnehmerin aus Zweibrücken. Im Pfarrheim erwartete die Gäste ein Empfang mit landestypischen Speisen und einem Stand vom Eine-Welt-Laden. Diesen betreut Gabriele Schnöder seit etwa 20 Jahren beim Weltgebetstag. Sie verkauft fair produzierte Lebensmittel, Kleidung, Schmuck und einiges mehr. So macht sie den Eine-Welt-Laden bekannter und gehört bei uns im Dorf schon untrennbar zum Weltgebetstag dazu.

Doch warum macht man da eigentlich im Vorbereitungsteam mit. Es kostet nämlich mindestens vier, teilweise lange Abende Zeit so einen Gottesdienst mit Empfang vorzubereiten. Karin Brill, die regelmäßig mitmacht,  meint: „Mir ist die Ökumene wichtig, die vorgestellten Länder sind immer sehr interessant. Auch die Lieder sind immer wieder sehr schön. Es ist eine tolle Gemeinschaft hier und diese tolle Veranstaltung unterstütze ich gerne.“ Silke Süs aus Kleinsteinhausen kann ihr da nur Recht geben „Es macht einfach Spaß“. Sie erwähnt außerdem noch die interessanten Rezepte. Eines davon finden sie in dieser Ausgabe.

Nächstes Jahr geht die Reise mit dem Weltgebetstag nach Simbabwe. Dann wird das Motto „Steh auf, nimm dein Bett und geh“ sin und statt Dober Dan! heisst es dann masikati!.